Editorial

Editorial

Wenn aus Raider Twix oder aus dem Käfer ein Beetle wird, spricht man von einem Relaunch. Das englische Wort für „Neustart“ wird auch verwendet, wenn der Web-Auftritt einer Firma oder einer Institution überarbeitet wurde und dieser dann mit neuen Funktionen und einem aufgefrischten Layout wieder an den Start geht. Bis es soweit ist, wird geplant und überlegt, getestet und verworfen, nachgehakt und verglichen, kurz: Ein Relaunch ist ein Prozess, an dessen Anfang die Erkenntnis steht, dass es einen Grund zum Relaunch eines Produkts gibt, es sich „lohnt“, umzugestalten und etwas Neues zu wagen. Unser Produkt heißt TATuP und wir sind seit einiger Zeit dabei, gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen zu überlegen, wie die neue TATuP aussehen könnte.

 

Die TATuP konnte sich in den vergangenen 23 Jahren zu einer anerkannten Zeitschrift von und für die TA-Community entwickeln, die weit über das ITAS oder andere institutionalisierte, mit TA befasste Einrichtungen hinausgeht. Wir haben Leserinnen und Leser aus Wissenschaft, Ministerien, Parlamenten, Behörden, Interessensverbänden und NGOs. So groß wie das Spektrum der an TA-Interessierten ist, so groß ist auch die Vielfalt der Themen, denen sich Technikfolgenabschätzung widmet. Dabei fällt eine Abgrenzung bekanntlich schwer: Inter- und Transdisziplinarität, angewandte und Grundlagenforschung, gesellschaftliche Relevanz der Forschungsgegenstände, der Anspruch, die Untersuchungsergebnisse allgemeinverständlich darzustellen, die unterschiedlichen Auftraggeber und Adressaten von TA-Studien – das alles gehört in einer spezifischen Mischung zur Technikfolgenabschätzung wie sie sich in den vergangenen Jahrzehnten etablieren konnte.

Die neue TATuP sollte idealerweise all diese Adressaten ansprechen und mit unterschiedlichen Text- und Darstellungsformaten die Vielfalt der TA-Themen abbilden. Dabei steht für mich die weitere Profilierung der TATuP als wissenschaftliche Zeitschrift im Mittelpunkt. Der jeweilige Themenschwerpunkt eines Heftes soll unterschiedliche disziplinäre Perspektiven vereinen und dadurch den Reiz der interdisziplinären Forschung am jeweiligen Forschungsgegenstand sichtbar machen. Berichte und Rezensionen von TA-relevanten Tagungen und Büchern sollen weiterhin zur Stärkung und Vernetzung der TA-Community beitragen. Und selbstverständlich sollen News aus den mit TA befassten Institutionen weiterhin Bestandteil von TATuP sein.

Welche Rubriken sind sonst noch wünschenswert? Seit Heft 2/2015 testen wir verschiedene neue Rubriken im „TATuP-Labor“. Dies geschieht in einem jeweils eigenen Layout. Wir bitten unterschiedliche Grafikerinnen und Grafiker, jeweils zwei Seiten testweise zu gestalten. Durch diesen Prozess erproben wir Ideen, wie die TATuP nach dem Relaunch aussehen könnte. Außerdem bitten wir Kolleginnen und Kollegen zur Heftkritik mit dem Ziel, die „Labor-Ergebnisse“ auszuwerten.

Als 1991 in Deutschland Raider in Twix umbenannt wurde („Raider heißt jetzt Twix, … sonst ändert sich nix“), war die Gründungsredaktion der TATuP-Vorläuferin TA-Datenbank-Nachrichten gerade dabei, das erste Heft zu planen, das im März 1992 erschien. Im Jahr 2017 – dann wird es die Zeitschrift 25 Jahren geben – ist der Neustart geplant. Bis dahin verstehen wir den Relaunch vor allem als einen Prozess; auch in diesem Heft findet sich wieder das „TATuP-Labor“: eine Reportage über die ITAS-Veranstaltungsreihe technik.kontrovers (S. 82/83). Wir freuen uns, wenn Sie den Relaunch-Prozess der TATuP kritisch begleiten und Ihre Anregungen der Redaktion mitteilen.

(Constanze Scherz)