Gute Arbeit? - Gute Umwelt? - Gute Technik? Symposium anlässlich des 12-jährigen Bestehens des Forschungszentrums Arbeit-Umwelt-Technik der Universität Bremen Bremen, 11.-12. Oktober 2001

Ankündigung

Gute Arbeit? - Gute Umwelt? - Gute Technik?

Symposium anlässlich des 12-jährigen Bestehens des Forschungszentrums Arbeit-Umwelt-Technik der Universität Bremen
Bremen, 11. - 12. Oktober 2001

Lernprozess Technikgenese -

Normativ gesteuerte Technikgenese als Koopera- tionsproblem

Der normative Anspruch einer sozial- und umweltverträglichen Technikgestaltung hat bei artec wie allgemein in der Technikgeneseforschung einen Lernprozess ausgelöst. An die Stelle des anfänglichen naiven Partizipationskonzeptes, das nur Entwickler und die unmittelbaren Nutzer im Blick hatte, traten immer kompliziertere inner- und überbetriebliche Akteursnetzwerke.

Die dabei auftretenden vermehrten Kooperationsprobleme erfordern neben Leitbilddiskursen Werkzeuge für ein kooperatives Modellieren der "Stakeholer"-Anforderungen, insbesondere Designkonfliktmodelle und Projektionen von Risikosituationen im Technologie- bzw. Produkt-Lebenszyklus.

In Zukunft sollte ein gestaltungsorientiertes Technologiemanagement über organisatorische und soziale Prägekonstellationen hinausgehen und sich verstärkt auch der Ebene der Artefaktstrukturen und Systemarchitekturen zuwenden, um so näher an den eigentlichen Aushandlungsgegenstand heranzukommen.

Welche Anätze sind hier aussichtsreich? Wie lassen sie sich mit dem bisherigen Wissen über Akteurskonstellationen verbinden?

"Gute Arbeit?" -

HdA-Gestaltungskriterien angesichts der Grenzverwischungen des arbeitspolitischen Feldes

Entstandardisierungen und Grenzverwischungen kennzeichnen die postfordistische Arbeitslandschaft. Sie finden sich auf den Ebenen der Arbeitsorganisation, der Unternehmensverfassung, der Betriebsgrenzen, des Beschäftigtenstatus und der subjektiven Haltung zur Erwerbsarbeit.

Damit geraten auch die Koordinaten für die Gestaltung in der Perspektive einer Humanisierung des Arbeitslebens unter Druck. Haben die alten Gestaltungskriterien menschengerechter Arbeit noch Geltung? Kann z. B. Autonomie noch Gestaltungsziel sein, wenn neue Managementkonzepte Selbständigkeit generell vorschreiben?

In dieser Situation kommt es zum einen auf eine differenzierte Kontextanalyse an, zum anderen geht es um eine kontextbewusste Kommunikation über Arbeitserfahrungen, Gestaltungsziele und Gestaltungserfahrungen. Gelegenheitsstrukturen für erfahrungshaltige Kommunikation in den Betrieben erweisen sich dabei als grundlegende Bedingung für einen modernisierten Gestaltungsdiskurs in Wissenschaft und Praxis.

"Gute Umwelt?" -

Zwischen Umweltbewusstsein und Governance. Aspekte der Wiedergewinnung des Sozialen in der

Gestaltungsfrage

Umweltpolitische Konflikte haben vielfältige neue Kooperationserfordernisse geschaffen. In der Folge sind einerseits neue Formen der Aushandlung entstanden. Leitbildbasierten Steuerungs- und Handlungsoptionen und der partizipativen Einbeziehung von Akteuren der "Basis" in formelle Politikprozesse wird insbesondere im Kontext der Nachhaltigkeitsthematik eine Schlüsselrolle zugeschrieben. Andererseits ergeben sich dadurch für die formellen Akteure der politisch-administrativen und unternehmerischen Entscheidungen kaum Entlastungen, sondern neue Herausforderungen.

Es müssen Übereinkünfte gefunden werden, die den Angemessenheitsvorstellungen der Betroffenen entsprechen. Neben dem Umweltbewusstsein der Akteure kommt dabei ihren Fairness- und Gerechtigkeitsauffassungen eine zentrale Bedeutung zu. Eine in der gegenwärtigen soziologischen und politologischen Debatte erst in Ansätzen behandelte Schlüsselfrage dieser Herausforderung lautet:

Wie lassen sich umweltpolitisch wünschbare Gestaltungsziele im Einklang mit heterogenen Fairness- und Gerechtigkeitsvorstellungen heterogener Akteure entwickeln?

"Gute Technik?" -

Kooperative Technik-Gestaltung zwischen reflektierender Partizipation und einfühlender Antizipation

Die technisch vermittelte Kooperation in immer abstrakteren, global organisierten Produktionszusammenhängen wirft Fragen nach dem erforderlichen Realitätsbezug beim Entwurf, Bau und Betrieb technischer Anlagen auf.

Abstrakte formale Methoden gewinnen durch die Informatik eine zunehmende Bedeutung in der Entwicklung und Beherrschung automatisierter Produktionsanlagen, bergen aber die Gefahr, eine Sicherheit und Optimierung vorzutäuschen, die nicht vorhanden ist. Eine zentrale Frage ist also die nach den Möglichkeiten und Grenzen formaler und nicht-formaler Methoden der Systementwicklung.

Neue Mensch-Maschine-Schnittstellen, die fließende Übergänge zwischen formalen und nicht-formalen Repräsentationen, zwischen abstakt logischen und konkret stofflichen Modellen unterstützen, eröffnen sowohl für die Arbeit als auch für die Ausbildung neue Perspektiven.

Anmeldung:

Universität Bremen
Forschungszentrum Arbeit-Umwelt-Technik (artec)
Enrique-Schmidt-Str. 7
D-28359 Bremen
Tel.: +49 (0) 4 21 / 2 18 - 24 35
E-Mail: sek∂artec.uni-bremen.de

Nähere Informationen und Anfahrtsbeschreibung:
http://www.artec.uni-bremen.de