Leitprojekte "Mobilität in Ballungsräumen": Eine querschnittliche Betrachtung

Schwerpunktthema: Nachhaltige Mobilität

Leitprojekte "Mobilität in Ballungsräumen": Eine querschnittliche Betrachtung

von Stefan Rommerskirchen, Prognos AG Die querschnittliche Charakterisierung der Leitprojekte "Mobilität in Ballungsräumen" erfolgt anhand der konkret geplanten Maßnahmenbereiche in verschiedenen Handlungsfeldern. Die externe projektübergreifende Evaluation der Leitprojekte soll die Maßnahmeneffekte nach einheitlichen Maßstäben und hinsichtlich eines identischen Wirkungsspektrums bewerten. Außerdem sind umsetzungs- und wirkungshemmende Rahmenbedingungen zu identifizieren. Die Unterstützung einer wirkungsorientierten Projektsteuerung, die Vernetzung der Projekte sowie die Vorbereitung von Transfermaßnahmen sind weitere wichtige Aufgaben dieses Auftrags. Die fachliche Vernetzung der Leitprojekte findet in Arbeitsgruppen zu bestimmten Querschnittsthemen statt, die in einem zweiten projektübergreifenden Mandat koordiniert werden.

1     Einführung: Hintergrund zu den Leitprojekten "Mobilität in Ballungsräumen" und ihrer

querschnittlichen Betrachtung

 Ausgangspunkt die Leitprojekte "Mobilität in Ballungsräumen" - wie auch zahlreicher anderer, vom BMBF geförderter oder zur Förderung anstehender Leitprojekte - bilden die "Eckwerte einer zukunftsorientierten Mobilitätsforschungspolitik", die das Bundeskabinett im Dezember 1996 mit dem "Forschungsrahmen Mobilität" verabschiedet hat. Im Frühjahr 1997 hat das BMBF für das erste Themenfeld "Mobilität in Ballungsräumen" einen ldeenwettbewerb ausgeschrieben, zu dem über 150 Vorschläge eingereicht wurden. Nach einer ersten Vorauswahl wurden in 13 Projektnetzwerken die Ideen per Januar 1998 vertieft ausgearbeitet. Gleichzeitig - nämlich im Herbst 1997 - wurde eine Expertengruppe eingesetzt, die ein "Lastenheft" für die projektübergreifende externe Bewertung der Leitprojekte erarbeitet und mit den Projektnetzwerken in der Absicht abgestimmt hat, dass sich die ausgewählten Konsortien mit dem Fördervertrag auch auf die Mitwirkung an der externen projektübergreifenden Evaluation verpflichten. Im April 1998 wurden die zur Förderung ausgewählten Leitprojekte der Öffentlichkeit vorgestellt; dabei handelt es sich um folgende Projekte:

Im Sommer 1998 wurden - noch vor Abschluss der ersten Förderverträge - die Erwartungen und Grenzen der externen projektübergreifenden Evaluation zwischen den internen Evaluatoren der Leitprojekte, dem BMBF, dem Projektträger Mobilität + Verkehr sowie dem Beauftragten der "Expertengruppe Lastenheft" abgestimmt. Im Frühjahr 1999 wurde die externe Evaluation öffentlich ausgeschrieben, und im Herbst 1999 wurde die Arbeitsgemeinschaft Prognos/IABG (Basel/Ottobrunn) mit dieser Aufgabe beauftragt.

Die Aufgabenstellung der "Externen, projektübergreifenden Evaluation der Leitprojekte ,Mobilität in Ballungsräumen' - das Projekt-Acronym lautet ‚Eva_MiB'" - umfasst unter anderem auch eine querschnittliche Projektanalyse, die es ermöglicht, erste vorläufige Ergebnisse dieser querschnittlichen Betrachtung zu präsentieren. Diese bilden den ersten Schwerpunkt der nachfolgenden Ausführungen.

Einen zweiten Schwerpunkt der Ausführungen stellen die Grundsätze und Herangehensweisen des Projektes "Eva_MiB" dar. Sie dürften für ähnlich gelagerte Fragestellungen auch von grundsätzlicher Bedeutung sein.

Zur Abrundung der Hintergrundinformationen sei noch darauf hingewiesen, dass mit einem weiteren Mandat in einer "Kontaktgruppe" Querschnittsthemen der Leitprojekte betreut werden. Diese Querschnittsthemen werden in Arbeitsgruppen behandelt. Eine kurze Erläuterung dieser Aktivitäten bildet den dritten Schwerpunkt der nachfolgenden Ausführungen.

2     Querschnittliche Betrachtung der Ziele, Handlungsfelder und Maßnahmenbereiche der Leitprojekte

2.1     Projektziele

Es ist selbstverständlich, dass die Leitprojekte "Mobilität in Ballungsräumen" sich in ihren Zielen an den Zielvorgaben des seinerzeitigen ldeenwettbewerbs des BMBF bezüglich des Mobilitätsforschungsprogramms der Deutschen Bundesregierung orientiert haben, nämlich 

Dennoch gibt es unterschiedliche Schwerpunktsetzungen innerhalb der Leitprojekte, wie Übersicht 1 zeigt. Da die Formulierung von sehr generellen Zielen breite Interpretationsspielräume eröffnet, werden sich die Projekte letztendlich an ihren konkreten Maßnahmen und deren Beitrag zur Erfüllung des Zielkatalogs, wie er mit dem "Lastenheft" für die projektübergreifende Evaluation vorgelegt wurde, messen lassen müssen. Dies ist derzeit aber noch nicht möglich, weil nicht nur die externe Evaluation, sondern auch einzelne Leitprojekte erst vor kurzer Zeit gestartet wurden.

Übersicht 1: Ziele der Leitprojekte "Mobilität in Ballungsräumen"

Übersicht 1: Ziele der Leitprojekte "Mobilität in Ballungsräumen"

2.2     Handlungsfelder und Maßnahmenbereiche der Leitprojekte

Die verschiedenen Leitprojekte sind hinsichtlich ihrer vorgesehenen Technologien, der geplanten Dienste und der Demonstratoren, aber auch in Bezug auf ihre internen (organisatorischen) Strukturen sehr heterogen. Das Herausfiltern einer geeigneten Ebene für eine querschnittliche Betrachtung stellt daher auch für die externe projektübergreifende Evaluation eine besondere Herausforderung dar.

Am ehesten lassen sich zielführende Vergleiche anstellen, wenn man die geplanten Maßnahmen zur Umsetzung des Hauptziels aller Projekte, der Sicherung einer nachhaltigen Mobilität, anhand von "Handlungsfeldern" ordnet und vergleicht. Erste Analysen lassen eine Unterscheidung folgender Handlungsfelder der Leitprojekte als sinnvoll erscheinen: 

Anhand der Besetzung bzw. Nichtbesetzungeinzelner Handlungsfelder durch die Leitprojekte kann man am ehesten ihre charakteristi sche Stossrichtung erkennen. In Übersicht 2 sind die Resultate einer ersten Auswertung der Leitprojekt-Maßnahmenbereiche nach Handlungsfeldern dokumentiert. Da diese Auswertung bislang allerdings vor allem exemplarischen Charakter hat, soll sie an dieser Stelle nicht weiter kommentiert werden. Es ist beabsichtigt, diese Charakterisierung der Leitprojekte bis zum Herbst 2000 abgeschlossen zu haben und im ersten Evaluationsbericht zu dokumentieren.

Übersicht 2: Charakterisierung der Leitprojekte durch Zuordnung der geplanten Maßnahmen zu Handlungsfeldern (exemplarisch)