BUECHER KURZ VORGESTELLT

TA-relevante Bücher und Tagungsberichte

BUECHER KURZ VORGESTELLT

STI - SCIENCE TECHNOLOGY INDUSTRY REVIEW: No. 17, Special Issue on Government Technology Foresight Exercises, OECD 1996, 195 p. (DM 88,--/US$ 55,.--) ISBN 92-64-14718-7; ISSN 1010-5247

Under the ägis of the OECD Committee for Scientific and Technological Policy (CSTP), the Working Group on Innovation and Technology Policy organised an ad hoc meeting of experts to discuss recent government technology foresight exercises on 14 September 1994. Presentations were given by representatives from Australia, France, Germany, Japan, The Netherlands and the United Kingdom. In addition, the OECD prepared a list of questions on key issues in technology foresight to help structure the discussion.

A brief report of the meeting and expanded and updated versions of the presentations are contained in Issue No. 17 of the STI Review which is published twice yearly on the responsibility of the Secretary-General of the OECD.

This report of the OECD meeting first sets out a definition of "technology foresight" and briefly reviews the history and the lessons which emerge from previous international reviews of foresight. The six national presentations made at the OECD meeting are then summarised. These national experiences are analysed to address certain key questions on foresight. For example, why do governments engage in technology foresight? What lessons emerge from the history of foresight? What are the different methodologies used? What are the strengths and weaknesses of Delphi surveys? How reliable are the results? How should industry be involved? Is there scope for international collaboration in technology foresight. And what effect will foresight have in international cooperation or competition?

A number of conclusions emerged from the meeting. The first is that there is wide-spread and growing recognition that technology foresight represents a useful tool to aid decision-making in relation to technology policy, whether at the national level or at a more micro-level. Secondly, no individual foresight approach is perfect. Each has its own strengths and weaknesses. A third and closely related conclusion is that individual countries may adopt quite different approaches, depending, for example, on the size and nature of their economies. Fourthly, most participants at the meeting were doubtful as to whether a multi-country foresight exercise was desirable, at least at this stage. This is partly because no single, universal foresight approach is possible, and partly because different countries have widely varying objectives and needs in relation to technology foresight. Finally, with the number of countries experimenting with technology foresight now quite large, some mechanism is required to promote the regular interchange of ideas, experiences, problems and lessons.

The report concludes with some recommendations as to what the OECD and the Working Group might consider doing next. The first is that OECD could organise another meeting on technology foresight in 12-18 months. Secondly, participants at the ad hoc meeting and OECD officials should convey to CSTP members the consensus view that the meeting was very valuable. Thirdly, OECD could act as a central clearing house for information on technology foresight. Fourthly, OECD might also assume a "marriage broker" role, where a country seeks to collaborate with others. Finally, OECD might create an electronic bulletin board on technology foresight, overseeing its operation and publicising its existence.

The report can be ordered from

OECD Publications
2, rue Andr_e-Pascal
F-75775 Paris, Cedex 16
Tel.: + 33-1-45/248200
Fax: + 33-1-49/104276
Internet: Compte.PUBSINQ@öcd.org

or the main sales outlets of OECD publications, i.e. for Germany:

OECD Publications and Information Centre
August-Bebel-Allee 6
D-53175 Bonn
Tel.: 0228/959 120
Fax: 0228/9591217

 

 

VERBUND SOZIALWISSENSCHAFTLICHE TECHNIKFORSCHUNG (Hrsg.):
Soziale und Organisatorische Entwicklungsprozesse von elektronischen Informations- und Kommunikationssystemen. Berichte aus den Verbundprojekten. Köln, 1996: Verbund Sozialwissenschaftliche Technikforschung, Mitteilungen Heft 17, April 1996.

Neben der Ankündigung der Herbsttagung des Verbundes Sozialwissenschaftliche Technikforschung und einer kurzen Notiz mit Neuigkeiten vom EU-Programm COST A-4, enthält diese Ausgabe der Mitteilungen drei Beiträge zu Projekten im Bereich Neue Medien und Informations- und Kommunikationstechnologien. Die Einleitung zu dem Band gibt eine kurze inhaltliche Darstellung der einzelnen Beiträge:

Empirischer Gegenstand des ersten Beitrages von Herbert Kubicek und Ulrich Schmid "Alltagsorientierte Informationssysteme als Medieninnovation - Konzeptionelle Überlegungen zur Erklärung der Schwierigkeiten, 'Neue Medien' und 'Multimedia' zu etablieren" sind die computergestützten Informationssysteme. Mit einem Konzept der Institutionalisierung neuer Medien wird der evolutionäre Diffusionsprozeß rechnergestützter Informationssysteme analysiert. Neben der technischen Standardisierung der neuen elektronischen Informations- und Kommunikationssysteme wird ein inhaltlicher und sozialer Abstimmungsprozeß zwischen den Nutzer- und Anbietergruppen benötigt, damit mediale Innovationen sich als Massenmedien etablieren können.

Der Beitrag von Erhard Tietel, Brigitte Scherer und Thomas Leithäuser "Technikbilder und Organisationsbilder - Die Bedeutung von Technik- und Organisations(leit)bildern in Aushandlungs- und Lernprozessen bei der Einführung rechnergestützter Betriebsleitsysteme in Betrieben des Öffentlichen Personennahverkehrs" zeichnet die Einführung von rechnergestützten Betriebsleitsystemen in Unternehmen des Öffentlichen Personennahverkehrs nach. Die beobachteten Aushandlungs und Lernprozesse orientieren sich an dem Leitbild einer "sozialverträglichen Technikgestaltung". Es wird aufgezeigt, wie die Mitarbeiter des ÖPNV in betrieblichen Diskursen die Technikentwicklung mitbeeinflussen und selektieren. Zugleich eröffnet die Technikimplementation weitere Möglichkeiten für den organisatorischen Umbau der Unternehmen, was wiederum Rückwirkungen auf die innerbetriebliche Technikdiskussion beinhaltet.

Elektronische Informations- und Kommunikationssysteme sind auch Gegenstand des Beitrages von Rainer Ollmann und Bernd Meisheit "Stabilität und Wandel von Kommunikationsstrukturen im Kontext technisch-organisatorischer Innovationsprozesse". Neuen Telekommunikationsanwendungen werden Potentiale für Verkehrssubstitution zugesprochen. Zur Ausschöpfung dieser Potentiale werden kooperative Organisations- und Arbeitsstrukturen benötigt. Unter Bezug auf Fallstudien werden die Anpassungs- und Strukturierungsprozesse innerhalb und zwischen den Organisationen analysiert, um die sektoralen und technischen Voraussetzungen zu bestimmen. Dabei zeigt sich, daß die Substitutionseffekte um so umfassender sind, je mehr die elektronische Kommunikation als strategisches Instrument zur Reorganisation eingesetzt wird.

Bezug

Koordinationsstelle des Verbunds Sozialwissenschaftliche Technikforschung
z.Hd. Bernd Meisheit
c/o Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung
Lothringer Straße 78
D-50677 Köln
Tel.: 0221 - 336 05-23
Fax: 0221 - 336 05-55
E-Mail: meisheit@mpi-fg-köln.mpg.de

 

 

BUNDESMINISTERIUM FUER BILDUNG, WISSENSCHAFT, FORSCHUNG UND TECHNOLOGIE (BMBF): Langfristige Perspektiven technischer und gesellschaftlicher Entwicklung in Deutschland - Visionen für die Forschungs- und Technologiepolitik -. (Beiträge zur Zukunft von Technik und Gesellschaft; Bd. 1). Düsseldorf: VDI-Technologiezentrum, Dezember 1995.

Wer in dieser vom VDI-Technologiezentrum Düsseldorf für das BMBF herausgegebenen Broschüre eine Darstellung der Zukunftsvisionen des Zukunftsministeriums erwartet, wird zunächst enttäuscht sein, denn die Broschüre enthält die Beiträge verschiedener Wissenschaftler zu einem vom BMBF am 22.12.1994 veranstalteten Fachgespräch sowie eine zusammenfassende Darstellung der Fachgespräche.

Im Vorwort von Bundesminister Rüttgers wird u.a. aufgeführt: "In der hier vorgelegten Dokumentation wird in Form eines Werkstattberichtes über einen Versuch einer möglichen Annäherung an die Zukunft berichtet. Zwischen die Scylla der technokratischen Fortschreibung bekannter technologischer Linien und die Charybdis unverbindlicher und beziehungsloser gesellschaftlicher Wunschszenarien gestellt - hat das BMBF Wissenschaftler gebeten, aus ihrer Sicht der Dinge langfristige Entwicklungen zu skizzieren, aus denen sich politischer Handlungsbedarf ergeben kann."

Die Dokumentation enthält dabei die folgenden Beiträge:

Bernd Guggenberger
Soziale und politische Probleme in der von Wissenschaft und Technik bestimmten Welt von morgen.

Josef Huber
Sieben Kernpunkte der sozialen und ökonomischen Modernisierung in Deutschland.

Meinhard Miegel
Mittel- und langfristige Perspektiven von Wirtschaft und Gesellschaft.

Hans Mohr
Perspektiven einer nachhaltigen gesellschaftlichen Entwicklung in Deutschland.

Richard Münch
Entwicklungstendenzen in der modernen Gesellschaft an der Schwelle zum 21. Jahrhundert - Anforderungen an die Forschungs- und Technologiepolitik.

Ernst Ulrich von Weizsäcker
Der Faktor Vier - Langfristige Perspektiven technischer und gesellschaftlicher Entwicklung in Deutschland.

Waldemar Baron
Zusammenfassende Darstellung des Fachgespräches am 22.12.1994 im Wissenschaftszentrum Bonn.

Diese Publikation bildet den Auftakt des BMBF zu einer Schriftenreihe "Beiträge zur Zukunft von Technik und Gesellschaft", die in den nächsten Monaten in loser Folge erscheinen und zur öffentlichen Diskussion wichtiger Zukunftsfragen anregen soll.

 

 

UWE PFENNING / DIETER URBAN / VOLKER WEIS: Handbuch zur empirischen Erhebung von Einstellungen/Kognitionen zur Bio- und Gentechnologie. Schriftenreihe des Instituts für Sozialwissenschaften der Universität Stuttgart (SISS) No. 4/1995.

Das vorliegende Handbuch dokumentiert den gegenwärtigen Forschungsstand zur empirischen Erhebung und Messung von Einstellungen bzw. Kognitionen gegenüber Anwendungen der modernen Bio- und Gentechnologie. Auf über 730 Seiten sind über 590 Operationalisierungen, Frageformulierungen und Skalen von 70 nationalen und internationalen Studien erfaßt. Soweit verfügbar sind auch einfache beschreibende Kennwerte wie Häufigkeitsverteilungen oder Mittelwerte zu den einzelnen Fragen und Skalen aufgeführt. Erfaßt wurden Studien bis zum Erhebungsjahr 1995.

Die Forschungsfragen und Skalen sind zunächst nach den Bereichen Forschung und Technologie allgemein, Bio- und Gentechnologie allgemein, humangenetische Anwendungen sowie agrarwirtschaftliche Anwendungen gegliedert. Hierbei wird für die Dimensionen der humangenetischen und agrarwirtschaftlichen Anwendungen nochmals nach mehreren Subdimensionen unterschieden. Dies sind für die Humangenetik die Bereiche des diagnostischen Einsatzes (Gentest, pränatale Diagnostik, Genetic-Screening), der Gentherapie (pränatale Anwendungen und Fortpflanzungsmedizin) und der Herstellung von Pharmazeutika.

Für die Dimension agrarwirtschaftlicher Einsatzmöglichkeiten der Bio- und Gentechnik wird unterschieden in Anwendungen bei Nutztieren, Nutzpflanzen und Mikro-Organismen (inklusive ökologischer Anwendungen).

Neben Meßinstrumenten zur Erhebung von anwendungsspezifischen Einstellungen finden sich im Handbuch auch die Texte zu bilanzierenden Fragestellungen sowie wirtschaftsbezogenen Einschätzungen der Bio- und Gentechnologie, womit interessante Vergleiche zwischen bilanzierenden und differenzierenden Erhebungsweisen ermöglicht werden.

Die von den Autoren geleistete Systematisierung der Forschungsfragen und Skalen klassifiziert jede Frage nach drei kognitiven Meßdimensionen: der Vermittlung von Informationen (und den damit verbundenen Informationszugängen), der Erhebung subjektiven Wissens sowie die Erfassung von Perzeptionen und Bewertungen.

Zudem klassifizieren die Autoren alle Meßinstrumente danach, ob diese Themen der gesellschaftlich-institutionellen Nutzung/Akzeptanz oder der individuell vollzogenen Nutzung/Akzeptanz ansprechen. Damit wird unterschiedlichen Verwendungsbereichen und Betroffenheitslagen in der Bevölkerung entsprochen.

Im Handbuch finden sich auch ausführliche Studienbeschreibungen mit Angaben über Zeitpunkte und Form der Erhebung, Studienträger, Autoren, Stichprobendesign und Konzeptualisierung (z.B. ob qualitative und quantitative Ansätze verwendet wurden, welche Inhalte die Forschungsschwerpunkte der Studien bildeten usw.).

Das Handbuch wird als gedruckte Vollversion mit Diskette zum Preis von 70,-- DM zzgl. Portokosten und als Kurzversion zum Preis von 15,-- DM vertrieben. Diese Kurzversion beinhaltet neben der Systematisierung der Klassifikation eine komplette Diskettenversion des Handbuchs, die es dem Bezieher ermöglicht, einen Ausdruck des Handbuchs zu erstellen.

Für Ende 1997 ist eine aktualisierte Fortschreibung der Studien, die nach Mitte 1995 durchgeführt wurden, vorgesehen.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an

Universität Stuttgart
Institut für Sozialforschung
Prof. Dr. Dieter Urban
Keplerstraße 17/KII
D-70174 Stuttgart
Tel.: 0711/121-3578
Fax: 0711/121-2768
E-mail: durbanGxl4∂po uni-stuttgart de

 

 

LEONHARD HENNEN, THOMAS PETERMANN, JOACHIM J. SCHMITT: Genetische Diagnostik - Chancen und Risiken. Der Bericht des Büros für Technikfolgen-Abschätzung zur Genomanalyse. Berlin: Edition Sigma, 1996. DM 39,--. ISBN 3-89404-406-3

Wissenschaftliche Anstrengungen zur Entschlüsselung des menschlichen Genoms und die Entdeckung von Genen, die für verschiedene Krankheiten oder auch für menschliche Charaktereigenschaften verantwortlich sein sollen, machen schon seit einigen Jahren Schlagzeilen. Zwar erweisen sich manche spektakulären Erkenntnisse als voreilig und bleiben wissenschaftlich umstritten. Gleichzeitig haben aber zuverlässige genetische Tests - vor allem zur Detektion von Veranlagungen für Erbkrankheiten - bereits Einzug in die medizinische Praxis gehalten. Im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge und der humangenetischen Beratung sind Gentests bereits weit verbreitet. Auch der sogenannte genetische Fingerabdruck wird bei Strafverfahren zur Überführung von Straftätern genutzt. Gegenstand kritischer Diskussionen ist die sich abzeichnende Möglichkeit der Nutzung genetischer Tests durch Versicherungen, um das Erkrankungsrisiko von Versicherungsnehmern (und davon abhängig die Höhe der Versicherungsprämie) besser zu kalkulieren. Die Möglichkeiten der Nutzung von Gentests am Arbeitsplatz zur Identifikation von Arbeitnehmern mit einer genetisch bedingten erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Schadstoffen geben Anlaß zur Befürchtung einer genetischen Selektion von Belegschaften.

Im Auftrag des Deutschen Bundestages und mit dem Ziel der Unterstützung des Gesetzgebers bei anstehenden parlamentarischen Beratungen führte das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) ein TA-Projekt zum Stand der Nutzung genetischer Tests und den sich für die Zukunft abzeichnenden Anwendungsmöglichkeiten durch. Der 1993 vorgelegte Bericht des Büros an den Bundestag thematisiert darüber hinaus die absehbaren Chancen und Risiken einer zu erwartenden Ausweitung der Nutzung genetischer Tests in den verschiedenen Anwendungsfeldern, wirft einen kritischen Blick auf die heutige Testpraxis (insbesondere im Bereich der pränatalen Diagnostik) und skizziert die Debatte über ethische Fragen und gesellschaftliche Folgen. Die Untersuchung des TAB befaßt sich schließlich auch mit der Frage der Notwendigkeit und Möglichkeit rechtlicher Eingriffe.

Der Bericht wird nun einer weiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht und ist weitgehend unverändert - in einigen Teilen aktualisiert - wiedergegeben. Auch haben sich die Autoren des Berichts für diese Publikation entschlossen, dem Text einige über den Bericht hinausgehende Überlegungen voranzustellen. Der für diese Veröffentlichung geschriebene Essay "Genetische Diagnostik - (k)ein Politikum" verdeutlicht sowohl den Kontext der gesellschaftlichen Debatte über genetische Tests wie auch den Kontext der politischen Behandlung des Themas, vor deren Hintergrund der Bericht zu lesen ist. Dem Leser wird damit die Einordnung der im Bericht getroffenen Aussagen über mögliche Folgen einer expandierenden Testpraxis sowie der erörterten ethischen Probleme und diskutierten politischen Handlungsoptionen erleichtert. Darüber hinaus wird der enormen wissenschaftlich-technischen Entwicklungsdynamik, die die Anwendung des Programms der synthetischen Biologie auf den Menschen kennzeichnet, Rechnung getragen und zumindest exemplarisch auf neue wissenschaftliche Trends hingewiesen.

(T.P.)

 

 

THOMAS PETERMANN, ARNOLD SAUTER: TA-Monitoring "Stand der Technikfolgen-Abschätzung im Bereich der Medizintechnik". TAB-Arbeitsbericht Nr. 39, April 1996.

Die Nutzung alter und neuer Technologien in der Medizin müßte eigentlich ein bevorzugter Gegenstand von TA-Aktivitäten sein. Wie in einem Brennglas bündeln sich hier als revolutionär etikettierte technische Entwicklungen, gesellschaftliche Hoffnungen und Befürchtungen, manifeste materielle Interessen und ungeklärte ethische Fragen. Stete Begleiter kontinuierlicher Modernisierungsprozesse und überraschender Entwicklungssprünge sind interessierte Medien, politische Debatten und gesellschaftliche Kontroversen.

Wie also steht es mit den TA-Aktivitäten in diesem Themenbereich? Einige Antworten liefert der vor kurzem als TAB-Arbeitsbericht Nr. 39 ("Stand der Technikfolgen-Abschätzung im Bereich Medizintechnik") erschienene Abschlußbericht zu einem TA-Monitoring "Medizintechnik": Dort wird eine Bestandsaufnahme internationaler TA-Aktivitäten durchgeführt und diese einer quantitativen Analyse unterzogen. Ergänzend wird eine exemplarische inhaltliche Auswertung einer Reihe von TA-Studien zur Transplantationstechnik durchgeführt. Beide Analyseansätze erbringen den Befund, daß Besserung not tut. Anstrengungen wären z.B. erforderlich, um mit Hilfe von TA besser als bislang die wichtigsten Trends im Medizin- und Gesundheitsbereich zu erfassen und besser konzipierte TA-Studien durchzuführen. Die Mehrzahl solcher Studien ist recht technikzentriert, orientiert sich häufig nur an Kriterien ökonomischer Effizienz, vernachlässigt aber soziale, politische und ethische Aspekte. Auch die organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen für einschlägige TA-Aktivitäten wären zu optimieren. Die Autoren dieses Berichts geben hierzu einige Anregungen - insbesondere im Blick auf die Situation in Deutschland.

(T.P.)

Interessenten können den Bericht - bitte nur schriftlich - anfordern bei:

Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB)
Frau Kirsten Lippert
Rheinweg 121, D-53129 Bonn
Fax: 0228/233755
E-Mail: büroQlr9∂tab-beim-bundestag de

 

 

OSTWESTWIRTSCHAFTSAKADEMIE (Hrsg.): Technik- und Wirtschaftsentwicklung im Einklang mit der Natur. Chancen und Probleme einer regionalen Kreislaufwirtschaft. Dokumentation des Workshops der Kommission für Technikfolgen am 30. Oktober 1995. Berlin 1996, 117 Seiten.

Diese Dokumentation beinhaltet die Ergebnisse des am 30. Oktober 1995 von der Kommission Technikfolgen der Ingenieur- und Wirtschaftsakademie "Johann Beckmann" e.V. in Zusammenarbeit mit der OstWest WirtschaftsAkademie Berlin, dem Ingenieurverein Berlin e.V. und dem Kollegium der Techniker, Ingenieure und Wirtschaftler in Deutschland e.V. veranstalteten Workshops "Technik- und Wirtschaftsentwicklung im Einklang mit der Natur. Chancen und Probleme einer regionalen Kreislaufwirtschaft".

Mit diesem Workshop wurde von den Veranstaltern ein Thema aufgegriffen, das, anknüpfend an das Abfallrecht der Europäischen Union, für den notwendigen Übergang zur nachhaltigen, umweltverträglichen, wirtschaftlichen Entwicklung, für die erforderliche Minimierung des Rohstoff-, Energie- und Flächenbedarfs sowie für die Reduzierung der Schadstoffemissionen in Deutschland und darüber hinaus in allen europäischen Ländern, einschließlich der osteuropäischen, Schlüsselbedeutung erhält.

Die Teilnahme nahmhafter Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft und kommunalen Verwaltungen, darunter der Vorsitzende der Ingenieur- und Wirtschaftsakademie "Johann Beckmann" e.V., Prof. Dr. Gerhard Müller, unterstreicht Notwendigkeit, Bedeutung und Brisanz dieses konstruktiven Fachdialogs.

Die vorgetragenen und in diese Dokumenation aufgenommenen Beiträge von den Mitgliedern der Kommission Technikfolgen Prof. Römer, Prof. Gräbner, Prof. Mainz, Dr. Anton, Dr. Mornhinweg sowie von Dr. Teller als Gast, beinhalten Ergebnisse eigener theoretischer und praktischer Untersuchungen an Beispielen der Industrie, der Wasserwirtschaft, der Abfallwirtschaft, der Landwirtschaft, der Recyclingwirtschaft sowie des Verkehrswesens. Sie vermitteln Erfahrungen, Lösungswege und Maßstäbe für die Umsetzung des 1994 beschlossenen und ab Oktober 1996 geltenden Kreislaufwirtschaft-/Abfallgesetzes. Alle Beiträge weisen gleichfalls darauf hin, daß durch die regionale Erschließung und optimale Gestaltung ausgewählter Stoffkreisläufe von der Rohstoffgewinnung über langlebige, recyclingfähige Produktgestaltung bis zur Abfallwiederverwendung und -deponierung unnutzbarer Restbestände der Ressourcenverbrauch und die Schadstoffbelastungen erheblich vermindert werden können.

Die im Mittelpunkt des zur Einführung vorgesehenen Kreislaufwirtschaft-Abfallgesetzes stehende Philosophie der verursacherbezogenen Abfallvermeidungs- und -verwertungsstrategie aus der Sicht einer neuen Produktverantwortung erfuhr damit ihre Bestätigung und zugleich eine praktische anwenderbezogene Ausgestaltung. In diesem Zusammenhang wird mit Recht auf noch fehlende Regelungen sowie Rahmenbedingungen, so z.B. für die Wahrnehmung der Produktverantwortung durch den Hersteller oder für die noch ausstehende Elektronikschrottverordnung, hingewiesen.

Übersehen werden darf dabei nicht, daß mit diesem Workshop nur Ansätze für die Gestaltung einer funktionierenden regionalen Kreislaufwirtschaft aufgezeigt werden konnten und daß es noch weiterer intensiver theoretischer und praktischer Untersuchungen zur Herausarbeitung verallgemeinerungswürdiger Methoden und Modelle bedarf.

Ein Anliegen der OstWestWirtschafts Akademie wird es sei, im Rahmen ihres Wissenstransfers und Erfahrungsaustausches, unterstützt von der Kommission Technikfolgen, die Workshop-Ergebnisse für die Förderung einer umwelt- und sozialverträglichen regionalen Entwicklung in den osteuropäischen Ländern als ein wichtiger Bestandteil der notwendigen Anpassung der Reformprozesse an die Erfordernisse der europäischen Union nutzbar zu machen.

(Quelle: Geleitwort zur Veröffentlichung)

Zu beziehen über

OstWestWirtschaftsAkademie
Frau Haack
Königsalle 20A, D-14193 Berlin
Tel.: 030/896-99825; Fax: 030/892-1050
DM 15,-- zzgl. Versandkosten

 

 

In Ergänzung zu der Dokumentation "Kreislaufwirtschaft" sei darauf hingewiesen, daß die Kommission Technikfolgen als Ergebnis des Workshops derzeit ein Projektvorhaben für die Schaffung konzeptioneller Voraussetzungen zur Entwicklung einer regionalen Kreislaufwirtschaft in ausgewählten Ostberliner Bezirken und im Raum Halle-Leipzig vorbereitet. Dieses Vorhaben wird sich auf solche ausgewählten Stoffströme wie Bauaushub, Elektronikschrott und Kunststoffe konzentrieren. Mit dem Projektvorhaben wird die Erarbeitung von Empfehlungen bzw. Modellen mit der Zielrichtung angestrebt, wie, gestützt auf Abfallvermeidungs- und Abfallverwertungsstrategien, durch die Erschließung und Herausbildung ökologisch verträglicher Stoff- und Energiekreisläufe der Rohstoff-, Energie- und Flächenbedarf sowie die Schadstoffemissionen - Verringerung des Abstandes zwischen Produzenten und Konsumenten sowie zwischen Abfallerzeugern und -entsorgern - minimiert werden kann.

U.a. geht es dazu auch um die Herausarbeitung von Kriterien, nach denen solche Modellregionen aus ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Sicht zu bilden sind. Dazu wird derzeit eine enge Zusammenarbeit mit den betreffenden kommunalen Verwaltungen (Umweltämter) sowie produzierenden und entsorgenden Unternehmen vorbereitet.

Weitere Workshops, Problemdiskussionen und Seminare sind seitens der Kommission auf dem Gebiete der Kreislaufwirtschaft vorgesehen.

Kontakt

Rudi Höntzsch
Geschäftsführer der Kommission Technikfolgen
Ingenieur- und Wirtschaftsakademie"Johann Beckmann" e.V.
Geschäftsbereich Berlin/Brandenburg
c/o WITEGA-Forschung GmbH
Gebäude 2.3
Rudower Chaussee 5
D-12489 Berlin
Tel.: 030/63922193
Fax: 030/63922193

 

 

FIFF-Kommunikation - Schwerpunktheft Chipkarten

Das Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIFF) e.V. gibt eine vierteljährlich erscheinende Zeitschrift, "Kommunikation", heraus. Die neueste Ausgabe beschäftigt sich überwiegend mit Chipkarten, die im Editorial als Mini-PCs im Scheckkartenformat bezeichnet werden.

Während viele Experten in den Chipkarten den Schlüssel zur Verwirklichung der informationellen Selbstbestimmung sehen, befürchten andere, daß beispielsweise die Anwendung der Chipkarte bei der Abwicklung des Asylverfahrens zum "gläsernen Flüchtling", oder die Umstellung der Karten im österreichischen Bankenwesen von Magnetstreifen auf Chipkarten geradewegs in den Überwachungsstaat führen könnte.

In den Beiträgen zu diesem Heft werden Beispiele für Anwendungen der Chipkarten beschrieben und das gesamte Spektrum der Einschätzungen und Meinungen zu den Chancen und Risiken der Technik abgedeckt. Die Herausgeber stellen fest, daß die breite und offene gesellschaftliche Debatte zu den Chipkarten in Deutschland noch nicht stattgefunden hat. Das Schwerpunktheft der FIFF Kommunikation bietet dafür einen umfassenden und preisgünstigen Einstieg.

(M.R.)

Bestellhinweis

FIFF Kommunikation, Heft 1/96
DM 6,- zzgl. Porto, zu beziehen bei
FIFF e.V., Geschäftsstelle
Reuterstraße 39
D-53113 Bonn
Tel.: 0228/219548
Fax: 0228/214925
e-mail: fiffQwz8∂fiff gun de