Nationale Nachhaltigkeitsziele für die USA und Wege zu ihrer Erfüllung - Bericht des President's Council on Sustainable Development

Schwerpunktthema: Nachhaltige Entwicklung II- nationale Pläne und Strategien

Nationale Nachhaltigkeitsziele für die USA und Wege zu ihrer Erfüllung - Bericht des President's Council on Sustainable Development

von Bettina-Johanna Krings, ITAS

Im Anschluß an die international erhobenen Forderungen nach neuen, nachhaltligen Entwicklungsmodellen rief Präsident Clinton im Juni 1993 einen Beirat ins Leben, der zukünftige Entwicklungsmodelle und Leitbilder für die USA aufzeigen sollte.

Anfang des Jahres '96 legte der 'President's Council on Sustainable Development' (PCSD) einen Bericht vor, in dem die nationalen Ziele und Leitbilder einer 'nachhaltigen USA' vorgestellt und gleichzeitig Empfehlungen für deren Umsetzung in die Praxis gegeben werden. Der PCSD setzt sich aus 25 hochrangigen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Umweltverbänden zusammen. Vorrangiges Ziel des PCSD ist es, einen grundlegenden Bewußtseinsprozeß in Gang zu setzen, der die Lebenschancen zukünftiger Generationen in die heutige gesellschaftliche Gestaltung miteinbeziehen soll.

Auf der Basis eines ökologisch formulierten Konsenses soll ein breites gesellschaftliches Netzwerk geschaffen werden, das die weitgestreuten Interessen aller gesellschaftlicher Sektoren vereinigen soll. Aus diesen Gründen sind die im Bericht formulierten Empfehlungen an Vertreter und Vertreterinnen aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft gerichtet. Diese werden aufgefordert, innerhalb der gesellschaftlichen Sektoren verstärkt Kooperationsfähigkeit zu entwickeln, um sich mit neuen Ideen den globalen Herausforderungen zu stellen.

Der PCSD entwickelt in seinem Bericht konkrete Ziele für die 'nachhaltigen Vereinigten Staaten', die sich nicht nur auf den Umweltbereich beschränken, sondern alle gesellschaftlichen Politikfelder bzw. Bereiche umfassen.

(1) 'Sustainability' als neue Herausforderung für die U.S.-amerikanische Gesellschaft

Das Ende des Kalten Krieges hat, nach Ansicht des PCSD, das internationale soziale Gefüge stark verändert. Aufgrund enormer Tendenzen in Richtung globaler Produktions- und Organisationsstrukturen sinke die Steuerungsfähigkeit nationaler Regierungen. Handel, Investitions- und Informationsströme seien zunehmend international verwoben und gerieten mehr und mehr außerhalb nationaler Kontrolle. Innerhalb der nationalen Grenzen finde eine Deregulierung von der nationalen zur föderalen und sogar lokalen Ebene statt. Ebenso veränderten sich Beziehungsstrukturen zwischen dem politischen und dem privaten Sektor.

Die Informationstechnologie erhöhe die Möglichkeit, Informationen in kürzester Zeit zu streuen bzw. zu erhalten, so daß große Interessensnetzwerke aufgebaut und politische Entscheidungen in kurzer Zeit getroffen werden könnten. Es entstehe eine Vielzahl neuer internationaler Interessengruppen, a 'society outside of government', die neue politische Organsisationsstrukturen erforderlich gemacht haben. Die Schaffung neuer politischer Strukturen betrachtet der Ausschuß als ein erstes wesentliches Mittel für die Entwicklung einer nachhaltigen Gesellschaft, um auf die veränderten Organisationsstrukturen steuernd und kreativ reagieren zu können.
Einen weiteren bedeutsamen gesellschaftlichen Wandel beinhalteten technologische Innovationen, da sie den gesamten Lebensstil der U.S.-Bevölkerung beeinflussen und prägen. Durch die Bedeutung technologischer Innovationen seien Wissenschaft und Forschung zur wichtigsten und dynamischsten Ressource im Rahmen ökonomischer Entwicklung geworden.

Besonders im Umweltbereich seien die USA verstärkt angesprochen, da sie zu den Nationen mit den weltweit höchsten Ressourcenverbräuchen und Emissionsausstößen zähle. Auch hier hätten globale Entwicklungen wie stetiges Bevölkerungswachstum, weltweiter Verlust der Wälder, Verlust des Artenreichtums sowohl der Fauna als auch der Flora, Änderung des Weltklimas u.a. zu enormen Veränderungen geführt, auf die reagiert werden müsse. Als zentrale Handlungsstrategie wird in diesem Zusammenhang die Umwelttechnik vorgeschlagen. Durch die Förderung der Umwelttechnik sollen der Verbrauch von Ressourcen gemindert und Abfallstoffe und Emissionen verringert werden (vgl. The US National Environmental Technology Strategy; TA-Datenbank-Nachrichten Nr. 1, März 1996, S. 18 ff).

Obgleich die USA momentan ihre wirtschaftliche Vormachtstellung mit anderen Industrienationen teile, sei sie bemüht, ein nachhaltiges Entwicklungsmodell zu entwickeln, das Vorbildcharakter haben soll. Dieses Modell sollte ein Gerüst sein, das ökonomische, ökologische und soziale Ziele im Diskussionsprozeß und in verschiedenen Politikbereichen vereinigt, um die steigenden menschlichen Bedürfnisse zu befriedigen. Es soll ökonomischen Wohlstand, ökologische Verbesserungen und soziale Gleichheit für eine steigende Anzahl der Weltbevölkerung ermöglichen.

Die Empfehlungen im Bericht sollen einen Bewußtseinswandel in allen gesellschaftlichen Bereichen fördern, neue Verwaltungsstrukturen aufbauen und die individuelle Verantwortung erhöhen, die jeder Einzelne im gesellschaftlichen Prozeß hat. Zu diesem Zweck wird besonderes Gewicht auf die enge Verbindung zwischen den Individuen und den Institutionen gelegt. Denn nur so könne ein Bewußtseinswandel konstruktiv umgesetzt werden.

(2) Nationale Ziele für eine nachhaltige Entwicklung

In Kapitel 1 des Berichts des PCSD werden für 10 gesellschaftliche Bereiche nationale Nachhaltigkeitsziele formuliert und Indikatoren vorgeschlagen, anhand derer der Fortschritt in bezug auf die Erreichung der Ziele gemessen werden kann.

(a) Gesundheit und Umwelt

- Als Ziel für diesen Bereich wird formuliert, daß gewährleistet werden muß, daß jede Person sich an sauberer Luft, sauberem Wasser und einer gesunden Umwelt zuhause, am Arbeitsplatz und in der Freizeit erfreuen kann. Zentraler Indikator ist hier die Zahl der Bürger, die ungesunden Umweltbedingungen ausgesetzt sind.

(b) Ökonomischer Wohlstand

- Das Ziel ist hier eine nachhaltige Wirtschaft, die in einem ausreichenden Maße wächst, um neue sinnvolle Arbeitsplätze zu schaffen, die Armut zu verringern und eine hohe Lebensqualität für alle zu gewährleisten in einem globalen Wettbewerb. Die traditionellen Indikatoren wie Bruttosozial- oder Bruttoinlandsprodukt und Arbeitslosenrate gäben keinen Aufschluß, so der PCSD, über die Höhe der negativen Umweltauswirkungen, über den Umfang von Armut oder den Konsum im Rahmen der U.S.-amerikanischen Volkswirtschaft. Es sind deshalb weitere Indikatoren notwendig, die diese Aspekte berücksichtigen, damit sie verstärkt in den Vordergrund der politischen Maßnahmen rücken, z.B. der Ressourcenverbrauch und die externen Kosten des Wirtschaftens.

(c) Soziale Gerechtigkeit

- Das Ziel ist hier, daß jedem Bürger Gerechtigkeit wiederfährt und er die Möglichkeit hat, ökonomische und soziale Sicherheit zu erreichen und in einer gesunden Umwelt zu leben.
Gerechtigkeit ist nach Ansicht des Ausschusses ein so wichtiges Ziel, daß es in jeden Themenbereich des Berichtes einfließen muß. Die Entscheidung über die Bemessungsgrundlage für Gerechtigkeit ist jedoch in einer komplexen Gesellschaft sehr schwierig. Indikatoren für Gerechtigkeit sollten die Unterschiede zwischen arm und reich, Differenzen im Zugang zu Gesundheits- und Bildungssystemen oder die unterschiedlichen sozialen Betroffenheiten durch Umweltschäden widerspiegeln.

(d) Bewahrung der Natur

- Ziel soll es hier sein, die natürlichen Ressourcen (Land, Luft, Wasser und Biodiversität) in einer Art zu nutzen, zu schützen oder wiederherzustellen, die langfristig ökonomischen, sozialen und ökologischen Nutzen für die heutige und zukünftige Generationen gewährleistet. Es sei außerordentlich schwierig, so der PCSD, "intakte Natur" zu definieren, da sie sehr komplex ist. Darüber hinaus lägen die Umweltbelastungen und ihre Auswirkungen oft räumlich und zeitlich auseinander. Neben Indikatoren, die auf lokaler und regionaler Ebene den Zustand der Natur widerspiegeln, hält der PCSD auch Indikatoren für notwendig, die aufzeigen, in welchem Umfang die Nation zum Schutz der Natur weltweit beiträgt.

(e) Verantwortungsethik

- Hier geht es darum, eine weitverbreitete Verantwortungsethik zu schaffen, die dazu beiträgt, daß der Einzelne, Institutionen und Unternehmen die volle Verantwortung für die ökonomischen, ökologischen und sozialen Folgen ihrer Aktionen tragen. Die Forderung nach Schaffung einer Verantwortungsethik bezieht sich hier auf den bewußten und schonenden Gebrauch der Umwelt. Indikatoren sollen hier Größen sein, die den effizienten und verantwortungsbewußten Ressourcenverbrauch (Recycling, Abfallvermeidung, Reduktion von Energieverbrauch, erneuerbare Ressourcen etc.) widerspiegeln.

(f) Nachhaltige Städte und Gemeinden

- Hier sollen die Bürger ermutigt werden, zusammenzuarbeiten, um gesunde Kommunen zu schaffen, in denen ihr natürliches und historisches Erbe geschützt wird, ausreichend Arbeitsplätze vorhanden sind, Sicherheit gewähleistet ist, Ausbildungsmöglichkeiten für lebenslanges Lernen, umweltverträgliche Infrastrukturen und ein funktionierendes Gesundheitswesen verfügbar sind, so daß alle Bürger die Möglichkeit haben, ihre Lebensqualität zu verbessern. Als Indikatoren werden hier u.a. vorgeschlagen: lokale Beschäftigungsraten, Kriminalitätsraten, Parkflächen, Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, Obdachlosenrate und die Kindersterblichkeit.

(g) Ziviles Engagement und Partizipation

- Grundlage von demokratischen Gesellschaften ist die aktive Beteiligung von Individuen und Institutionen an sozialen Prozessen. Bürgern, Unternehmen und Gemeinden müssen umfassende Mitwirkungsmöglichkeiten bei Entscheidungen umweltpolitischer oder ökonomischer Art eingeräumt werden, von denen sie tangiert werden. Auch hier ist die Entwicklung von Indikatoren notwendig, die die politische Beteiligung und die Effektivität von politischen Instrumenten bewerten und fördern können, während individuelle Initiative und Kreativität beibehalten werden.

(h) Bevölkerung

- Als Ziel wird hier eine Stabilisierung des Wachstums der U.S.-amerikanischen Bevölkerung formuliert. Als Indikatoren demographischer Entwicklung sollten nicht nur traditionelle Größen wie Bevölkerungszahl etc. verwendet werden, sondern Faktoren wie beispielsweise der soziale und ökonomische Status von Frauen u.a.. Als weitere Indikatoren werden u.a. die Zahl der unbeabsichtigten Schwangerschaften, der Schwangerschaften von Jugendlichen und die Zahl von illegalen Einwanderern vorgeschlagen.

(i) Internationale Verantwortung

- Aufgrund der traditionellen globalen Vormachtstellung hatten die internationalen Aktivitäten der USA bisher einen außerordentlichen Einfluß auf die Umwelt, die Wirtschaft und die Kulturen anderer Länder. Deshalb müsse es hier, so der PCSD, Ziel sein, daß die USA bei der Entwicklung und Implementation globaler Nachhaltigkeitspolitiken die Führungsrolle übernimmt. Fortschritt in dieser Hinsicht könnte durch Indikatoren wie der Umfang der generellen Entwicklungshilfe und der umweltschutzbezogenen Entwicklungshilfe, der Umfang des Exports von umweltverträglichen Technologien und die Höhe der Ausgaben für Global Change Forschung gemessen werden.

(j) Bildung

- Ziel ist hier der gleichberechtigte Zugang aller Bevölkerungsschichten zu den Bildungsinstitutionen. Darüber hinaus sollte das Konzept der 'nachhaltigen Entwicklung' als Bildungsinhalt in das formale und nicht-formale Erziehungssystem integriert werden.

Im folgenden Kapitel analysiert der PCSD dann für diese Zielbereiche die gegenwärtige Situation und entwickelt Empfehlungen für Massnahmen zur Einleitung einer nachhaltigen Entwicklung in diesen Bereichen. Beispielhaft soll das hier für den Bereich "Bildung und Information" dargestellt werden.

(3)Die Implementation von 'Nachhaltigkeit' in das Bildungs- und Informationssystem der USA

Das Bildungs- und Informationssystem ist für den PCSD der zentrale gesellschaftliche Bereich, in dem das Umweltbewußtsein der Bürger erhöht und gestaltet werden kann.

Generell sollte das Bildungs- und Informationssystem in Hinblick auf die Kriterien von 'Nachhaltigkeit' reformiert werden. Gleichzeitig sollten Foren geschaffen werden, die vermehrt Fort- und Weiterbildung für Erwachsene anbieten. Die Bildungsinhalte sollten verstärkt die internationalen Globalisierungstendenzen und ihre gesellschaftlichen Herausforderungen berücksichtigen. Neue Berufsbilder, neue Fähigkeiten sollten genauso entwickelt werden wie ziviles Engagement in einer 'nachhaltigen' Gesellschaft.

Der Zugang zu Bildungsinstitutionen und gesellschaftlich relevanten Informationen sollte für alle sozialen Schichten verbessert werden. Auf diese Weise könnten einerseits soziale Probleme gelöst werden. Andererseits könnten Bürger, Politiker und Wirtschaftsvertreter auf anstehende Probleme schneller und effizienter reagieren, wenn ihnen das entsprechende Informations- und Datenmaterial zur Verfügung steht.

Auch aufgrund der neuen ökologischen und ökonomischen Problemlagen seien die gesellschaftlichen Akteure vermehrt auf gut aufbereitetes Datenmaterial und neue Forschungsergebnisse angewiesen. Die qualitativ und zeitlich effektive Datenaufbereitung stelle aus diesen Gründen eine wesentliche Voraussetzung für gute politische und ökonomische Entscheidungen dar. Die Zusammenarbeit und Koordination von Wirtschaft, Forschung und Politik sollte verbessert werden, so daß 'Nachhaltigkeit' auf allen räumlichen Ebenen (national, regional, lokal) umgesetzt werden kann.

Vor diesem Hintergrund formuliert der PCSD u.a. folgende Empfehlungen:

(1) Verbesserung der Verbreitung, Aufbereitung und Organisation von Daten, damit diese den gesellschaftlichen Entscheidungsträgern für ihre ökonomischen, umweltpolitischen und sozialen Zielsetzungen und Entscheidungen zur Verfügung stehen. Gleichzeitig sollte über eine verbesserte Organisation von Daten die Tendenz zu deren mehrfacher Aufarbeitung vermieden werden.

(2) Die Regierung sollte die internationale Forschungszusammenarbeit bezüglich einer 'nachhaltigen Entwicklung' fördern.

(3) Gezieltere Grundlagenforschung in Hinblick auf gesellschaftliche Probleme sollte gefördert werden. Gerade die Umweltforschung sollte verstärkt in folgenden Themengebieten arbeiten: Verhältnis von Mensch und Umwelt, Kriterien für menschliches Wohlergehen, dringende globale Probleme wie Klimawirkungsforschung und Verlust von Artenreichtum.

(4) Das Umweltbewußtsein der Bevölkerung soll über bessere Informationsverbreitung in den Gemeinden und Kommunen gefördert werden. Gerade hier sollen positive Anreize in Richtung umweltbewußtes Verhalten gegeben werden.

(5) In Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen, den regionalen und lokalen Regierungen und dem privaten Sektor sollte die Bundesregierung die Entwicklung nationaler Indikatoren für 'Nachhaltigkeit' vorantreiben. Diese Indikatoren sollten ökologische Zielsetzungen mit den nationalen ökonomischen und sozialen Interessen verbinden.

Auch die Bundesstaaten und lokalen Regierungen sollten eigene regional- oder lokalbezogene Nachhaltigkeitsindikatoren entwickeln.

(6) Das formale und informale Bildungswesen sollte in dem Sinne verändert werden, daß Kriterien von 'Nachhaltigkeit' verstärkt als Bildungsinhalt in das Bildungssystem implementiert werden. Es sollte damit gewährleistet werden, daß Absolventen aller Bildungseinrichtungen ein Basisverständnis über die Zusammenhänge zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Fragen erwerben. Hierbei sind nicht nur Schulen, Universitäten und Bildungsinstitutionen angesprochen, sondern ebenfalls Museen, Bibliotheken, Bildungsvereine etc..

Resümee

Es ist sicher ein Verdienst des PCSD, den Versuch unternommen zu haben, Nachhaltigkeitsziele und -indikatoren für alle gesellschaftlichen Bereiche zu entwickeln und Maßnahmen zur Einleitung einer nachhaltigen Entwicklung in diesen Bereichen vorzuschlagen. Er versteht das Konzept einer nachhaltigen Entwicklung als ein gesamtgesellschaftliches Konzept und betont die Gleichwertigkeit der Elemente Wirtschafts-, Sozial- und Umweltverträglichkeit im Rahmen dieses Konzepts. Als zentrale und einzelne Politikfelder übergreifende Voraussetzungen für die Einleitung einer nachhaltigen Entwicklung sieht er im wesentlichen

- die Förderung dieser Umwelt- bzw. Nachhaltigkeits-Ethik bei allen gesellschaftlichen Akteuren,

- die Förderung eines Bewußtseins in der Bevölkerung, das Umweltfragen mit ökonomischen und sozialen Fragen verknüpft
und

- die verstärkte Zusammenarbeit aller gesellschaftlichen Akteure auf den verschiedenen Ebenen.

Bezüglich der ökologischen Nachhaltigkeit wird vornehmlich eine technische Effizienzsteigerung bei der Nutzung und beim Schutz der natürlichen Ressourcen sowie die weltweite Diffusion umweltverträglicher Technik in den Vordergrund gestellt, Fragen möglicherweise notwendiger änderungen von Produktions- und Konsummustern werden weniger thematisiert.

Die vorgeschlagenen Indikatoren in den verschiedenen Bereichen sieht der PCSD selbst als vorläufig an und sie bedürfen sicher der Ergänzung; sie bieten aber auch für andere Länder wertvollen Diskussionsstoff für deren Bemühungen um die Entwicklung von Nachhaltigkeitsindikatoren, insbesondere deswegen, weil der Ansatz des PCSD der weltweit bisher umfassendste ist. Die Problematik der Formulierung von Zielwerten für solche Nachhaltigkeitsindikatoren wird allerdings kaum angesprochen.

Bei den vom PCSD entwickelten Empfehlungen handelt es sich bisher mehr um Postulate als um konkrete Maßnahmenvorschläge.

Bibliographische Angaben

President's Council on Sustainable Development: Council Report, Washington 1996.

Abrufbar im Internet unter:

http://www1.whitehouse.gov/WH/EOP/pcsd/index.html