Netzwerk TA

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Doktoranden-Projekt „TRANSDISS“

Das Netzwerk TA (NTA) führt mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) das auf drei Jahre angelegte Doktoranden-Projekt „TRANSDISS“ durch, dessen Ziel es ist, in einer Folge von Workshops TA-bezogene Dissertationsprojekte in Bezug auf ihre „transdisziplinären“ Anteile zu begleiten. Dabei sollen zum einen zentrale Konzepte der Technikfolgenabschätzung präsentiert und diskutiert werden, zum anderen sollen die Workshops Foren für den inter- und transdisziplinären Diskurs sein.

Hintergrund ist, dass sich die Herausforderungen der transdisziplinären Forschung auch in der Problematik der „Nachwuchsbildung“ für die Innovations- und Technikanalyse (ITA) widerspiegeln: Während Diplom, Staatsexamen oder Master noch zur disziplinären Ausbildung gehören, findet die erste Stufe einer Orientierung hin zu transdisziplinärem Arbeiten spätestens mit der Erarbeitung der Dissertationsschrift statt. Hier findet man Themen (meist auch durch ein Interesse für transdisziplinäre Forschung der Betreuerin oder des Betreuers befördert), die sich hin zur TA und damit zur transdisziplinären Forschung öffnen. Der Kandidat oder die Kandidatin müssen dann einerseits den disziplinär-wissenschaftlichen Kriterien genügen, da der Doktortitel von der Fakultät vergeben wird, und andererseits diesen disziplinären Beitrag in der transdisziplinären Problemstellung reflektieren. Das ist aber genau die Qualifikation, die man sich in der ITA wünscht, nämlich eine von der soliden disziplinären Qualifikation getragene Sicht auf die transdisziplinäre Problemstellung.

Für transdisziplinäre Forschung ist neben der transdisziplinären Problemdefinition auch die Qualitätssicherung bedeutend. Bei der Problemdefinition gilt es, die Problemstellung in ihrem gesellschaftlichen und politischen Kontext zu erfassen und zu fragen. Die Qualitätssicherung ist bei der transdisziplinären Forschung besonders schwierig, weil einerseits im interdisziplinären wissenschaftlichen Bereich nur noch bedingt auf die disziplinär verankerten Peer-Review-Verfahren zurückgegriffen werden kann und andererseits auch außerwissenschaftliche Aspekte der Qualitätssicherung zu berücksichtigen sind.

TA in Deutschland steht klar in einer wissenschaftlichen Tradition. Bezogen auf die Problemdefinition und die Qualitätssicherung kommt damit insbesondere das Wechselspiel zwischen interdisziplinärer (originär „wissenschaftlicher“) und transdisziplinärer (interdisziplinärer Wissenschaft plus „X“ von außerhalb der Wissenschaft) in den Blickwinkel. Dabei wird die Höhe der damit verbundenen Ansprüche – qualitativ hochwertige disziplinäre Forschung, nach wissenschaftlichen Kriterien zu einem interdisziplinären Mehrwert integriert und mit Blick auf ein außerwissenschaftliches Problemlösungspotenzial evaluiert

– durchaus gesehen. Bezogen auf das hier vorgestellte Projekt TRANSDISS müssen diese Ansprüche etwas relativiert werden. Vor dem Hintergrund der wissenschaftlichen Qualifizierung, die mit der Promotion verbunden ist, muss die disziplinäre Perspektive im Zentrum stehen. Dennoch gilt es, diese Leistung im Spiegel der inter- und transdisziplinären Diskussion zu reflektieren und Anknüpfungspunkte für andere Disziplinen und außerwissenschaftliche Qualitätskontrolle unter dem Blickwinkel der eigenen Disziplin darzustellen.

Ziel ist, den (disziplinären) Blick hin zur transdisziplinären Forschung zu schulen. Die wissenschaftliche Disziplin, in der man sozialisiert wurde, dient dann als eine Art „Basislager“ von dem aus man transdisziplinäre Forschung betreibt, von dem man aber auch transdisziplinäre Forschungsergebnisse in die eigene Disziplin rückkoppelt (wo sie dann auch wieder vor den disziplinären Peer-Review-Verfahren bestehen können müssen). Es soll die Möglichkeit gegeben werden, die Forschungsergebnisse in transdisziplinären Kontexten zu diskutieren.

Gefördert werden Doktorandinnen und Doktoranden, die sich in der Dissertation transdisziplinären TA-Fragen stellen. Die Förderung bezieht sich auf Reise- und Übernachtungskosten zu Workshops und zu Konferenzen des NTA. Das eigentliche Dissertationsprojekt wird nicht gefördert. Bewerbungen sollten Motivationsschreiben, einen Lebenslauf, eine aussagekräftige Kurzdarstellung des Dissertationsvorhabens, sowie ein kurzes Empfehlungsschreiben des Betreuers / der Betreuerin der Doktorarbeit enthalten.

Bitte richten Sie Ihre Bewerbung an

PD Dr. Michael Decker
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Karlstr. 11, 76133 Karlsruhe
Tel.: +49 (0) 721 / 608 - 230 07
E-Mail: michael decker∂kit edu

 

 

NTA-Jahrestreffen 2008

Das Jahrestreffen 2008 des Netzwerks TA findet am 28. Mai 2008 von 14.30 bis 16.30 Uhr in Wien und damit unmittelbar vor dem Beginn der Konferenz NTA3 – TA’08 statt. Neben Berichten zum NTA und zu den Arbeitsgruppen werden erste Überlegungen zur NTA4 und zum Jahrestreffen 2009 zur Diskussion gestellt. Aktuelle Informationen gibt es auf der Konferenz-Homepage unter http://www.netzwerkta.net/jahrestreffen08.htm.

 

 

3. Konferenz des Netzwerks TA

Vom 28. bis 30 Mai 2008 findet in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien die dritte Konferenz des NTA statt (siehe detaillierte Konferenzbeschreibung in TATuP 16/3 (2007), S. 151ff.). Die Konferenz steht unter dem Thema „Technology Governance – Der Beitrag der Technikfolgenabschätzung“ und ist zugleich die achte österreichische TA-Konferenz des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung (ITA). In zehn Parallelsessions sollen unterschiedliche, teils sich widersprechende theoretische Konzepte zur Steuerbarkeit des technischen Wandels vorgestellt und anhand von empirischen und praktischen Befunden sowie Fallbeispielen aus verschiedenen Technologiefeldern und Anwendungskontexten diskutiert werden. Zur Debatte stehen u. a. technik- und sozialdeterministische Konzepte, ko-evolutionäre Ansätze, Regulierungs- und Governance-Modelle sowie Konzepte zur Steuerung komplexer Systeme. Die Eröffnungsvorträge halten Franz Josef Rademacher (Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung/n (FAW/n), Universität Ulm) zum Thema „Globalisierungsgestaltung und Technology Governance: Hinweise zu einigen großen Herausforderungen“ und Stefan Kuhlmann (Department of Science, Technology, Health & Policy Studies (STeHPS), University of Twente) zum Thema „TA und die Governance technologischer Innovation“.

Den genauen Tagungsablauf sowie weitere Informationen zur Konferenz finden Sie unter http://www.oeaw.ac.at/ita/ta08nta3/.

 

 

Das Netzwerk TA

Das „Netzwerk TA“ wurde im Jahre 2004 gegründet und ist ein Zusammenschluss von Wis-senschaftlern, Experten und Praktikern im breit verstandenen Themenfeld TA. Dieser Kreis setzt sich zusammen aus den (teils überlappenden) Bereichen Technikfolgenabschätzung, Praktische Ethik, Systemanalyse, Risikoforschung, Technikgestaltung für nachhaltige Entwicklung, Innovations-, Institutionen- und Tech-nikanalyse, Innovations- und Zukunftsforschung und den dabei involvierten wissenschaftlichen Disziplinen aus Natur-, Technik-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, den Politik- und Rechtswissenschaften sowie der Philo-sophie. Die Mitglieder des Netzwerks vertreten die verschiedenen Ausprägungen der TA und decken das weite Spektrum zwischen Theorie und Praxis, zwischen Forschung und Beratung sowie zwischen den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen ab. Sie verstehen die dadurch entstehende Vielfalt als Chance, themenbezogen Kompetenzen und Erfahrungen zu bündeln und auf diese Weise zu einer optimalen Nutzung der Ressour-cen beizutragen (http://www.netzwerk-ta.net).

Kontakt

Ansprechpartner für das Koordinationsteam:
PD Dr. Michael Decker
Forschungszentrum Karlsruhe
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640, 76021 Karlsruhe
Tel.: +49 721 608-23007 oder -2501 (Sekr.)
E-Mail: NetzwerkTADou2∂itas fzk de

Mitgliedschaft

Online über das Anmeldeformular unter der Web-Adresse http://www.netzwerk-ta.net